Berufssoldat
Pflegezusatzversicherung für Soldaten: Lohnt sich das?
Die Pflegepflichtversicherung musst du als Soldat abschließen und dem Dienstherrn nachweisen. Damit ist die Pflicht erledigt – aber nicht die Lücke. Was die gesetzliche Pflegeversicherung im Pflegefall zahlt, deckt die tatsächlichen Kosten nirgends. Den Rest trägt, wer gepflegt wird. Oder dessen Familie.
Warum die Pflicht nicht reicht
Während der Dienstzeit ersetzt die truppenärztliche Versorgung deine Krankenversicherung. Pflege ist darin nicht enthalten, deshalb gibt es die Pflegepflichtversicherung als eigenen Vertrag. Diese Pflichtversicherung zahlt im Pflegefall einen festen Satz je Pflegegrad. Sie ist eine Grundsicherung, keine Vollkostendeckung.
Der Unterschied fällt erst auf, wenn er zählt. Zwischen dem, was gezahlt wird, und dem, was ein Pflegeplatz oder ein Pflegedienst kostet, bleibt ein Betrag offen, der jeden Monat neu anfällt. Gedeckt wird er aus Pension oder Rente, danach aus dem Vermögen. Reicht beides nicht, prüft das Sozialamt, ob die Kinder herangezogen werden können – ab einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro je Kind.
Was das für Soldaten anders macht
Zwei Dinge unterscheiden deine Lage von der eines Angestellten.
- Der Zeitpunkt. Eine Zusatzversicherung richtet sich nach dem Eintrittsalter und dem Gesundheitszustand beim Abschluss. Wer früh in der Laufbahn abschließt, ist gesundheitlich meist unbelastet und bindet ein niedriges Eintrittsalter ein. Wer wartet, zahlt nicht nur mehr, sondern riskiert Ausschlüsse oder eine Ablehnung.
- Der Wechsel am Dienstzeitende. Mit dem Ausscheiden endet die truppenärztliche Versorgung. Was an ihre Stelle tritt – gesetzlich, privat, mit oder ohne Anwartschaft – entscheidet mit, wie eine Pflegezusatzversicherung eingebettet ist. Diese Frage gehört vor das Dienstzeitende, nicht danach.
Die drei Bauformen
Wer sich mit dem Thema befasst, trifft auf drei Modelle. Sie unterscheiden sich nicht im Preis, sondern darin, was im Leistungsfall passiert.
- Pflegetagegeld. Zahlt einen festen Betrag je Tag, unabhängig davon, was die Pflege wirklich kostet und wer sie erbringt. Auch bei Pflege durch Angehörige. Das Geld ist frei verwendbar.
- Pflegekostenversicherung. Erstattet einen Anteil der nachgewiesenen Kosten. Deckt gut, wenn professionell gepflegt wird – leistet aber wenig, wenn die Familie pflegt.
- Pflegerentenversicherung. Zahlt eine Rente, meist mit Beitragsgarantie. Teurer im Beitrag, dafür kalkulierbarer über Jahrzehnte.
Was vor dem Abschluss zu klären ist
Eine Pflegezusatzversicherung ist eine Entscheidung über Jahrzehnte. Drei Punkte entscheiden darüber, ob sie hält:
- Ab welchem Pflegegrad geleistet wird. Manche Verträge zahlen erst ab Pflegegrad 2 oder 3. Gerade die niedrigen Grade treten aber am häufigsten auf.
- Wie sich der Beitrag entwickeln darf. Beiträge sind in der Vergangenheit teils deutlich gestiegen. Ein Vertrag, der später gekündigt werden muss, verliert das eingezahlte Geld – bei Pflegerenten oft vollständig.
- Was bei Auslandseinsätzen gilt. Nicht jeder Tarif schließt Einsatzrisiken ein. Das ist bei der Pflege seltener ein Thema als bei der Dienstunfähigkeit, muss aber geprüft werden.
Unsere Einordnung
Für die meisten Soldaten steht die Pflegezusatzversicherung nicht an erster Stelle. Vor ihr kommen die Absicherung der Arbeitskraft und die Frage, wie die Krankenversicherung nach der Dienstzeit weitergeht. Wer diese beiden Punkte geklärt hat und früh in der Laufbahn steht, kauft sich mit einer Zusatzversicherung allerdings ein Eintrittsalter, das sich später nicht wiederholen lässt.
Ob sie sich in deinem Fall lohnt, hängt an deinem Status, deiner Familiensituation und daran, was nach dem Dienstzeitende geplant ist. Das rechnen wir mit dir durch. Pauschale Empfehlungen geben wir dazu nicht.
Häufige Fragen
Ist die Pflegezusatzversicherung Pflicht?
Nein. Pflicht ist die Pflegepflichtversicherung, die du dem Dienstherrn nachweisen musst. Die Zusatzversicherung ist freiwillig und deckt die Lücke, die die Pflichtversicherung offen lässt.
Zahlt die truppenärztliche Versorgung bei Pflege?
Nein. Die truppenärztliche Versorgung ersetzt während der Dienstzeit die Krankenversicherung. Pflegeleistungen sind darin nicht enthalten.
Können meine Kinder für meine Pflege herangezogen werden?
Grundsätzlich ja, aber erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 100.000 Euro je Kind. Darunter bleibt der Elternunterhalt außer Betracht.
Lohnt sich der Abschluss noch mit 50?
Das ist eine Rechnung, keine Grundsatzfrage. Mit dem Eintrittsalter steigt der Beitrag, und Vorerkrankungen führen häufiger zu Ausschlüssen. Ob sich der Vertrag dann noch trägt, hängt von der Bauform und deinen übrigen Mitteln ab.
Was kostet mich die Beratung?
Wenn wir deine Anfrage annehmen, ist die Beratung kostenfrei. Im Falle eines Abschlusses werden wir von der Versicherungsgesellschaft vergütet. Du zahlst denselben Beitrag wie bei einem direkten Abschluss – ohne Aufschlag.
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