Versetzung und Einsatz
Ehepartnerzuschlag: Die Bundeswehr zahlt in Litauen die Altersvorsorge deines Partners
Wer verheiratet zur Brigade nach Litauen geht, kann zusätzlich zum Auslandszuschlag einen Betrag von bis zu 18,6 Prozent seines Grundgehalts bekommen. Das Geld ist zweckgebunden: Es muss in die Altersvorsorge des Ehepartners fließen. Die Bundeswehr nennt es Ehepartnerzuschlag, im Gesetz heißt es erhöhter Auslandszuschlag für Verheiratete.
Der Gedanke dahinter ist schlicht. Wer seinen Partner ins Ausland mitnimmt, nimmt ihm oft den eigenen Job und damit die eigenen Rentenbeiträge. Diese Lücke soll der Zuschlag schließen. Dieser Beitrag erklärt, wer ihn bekommt, wie hoch er ist, in welche Verträge er fließen darf und wo die Fehler passieren.
Die Rechtsgrundlage
Den erhöhten Auslandszuschlag gab es lange nur für den Auswärtigen Dienst. Seit der Neufassung gilt er ausdrücklich auch für Angehörige des Geschäftsbereichs des Verteidigungsministeriums, die im Ausland „zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung“ Dienst tun (§ 53 Abs. 6 Satz 7 BBesG, § 10 Abs. 1 Nr. 2 AuslZuschlV). Genau das ist die Panzerbrigade 45 in Litauen.
Das Gesetz sagt „kann“. Einen Rechtsanspruch auf eine bestimmte Summe gibt es nicht, und die Auszahlung hängt an Nachweisen. Die Einzelheiten stehen in der Auslandszuschlagsverordnung von 2025, in den §§ 10 bis 17.
Wer ihn bekommt
Drei Bedingungen müssen zusammenkommen:
- Du bist Berufssoldat oder Soldat auf Zeit und bekommst Auslandsdienstbezüge. Für den freiwilligen Wehrdienst gelten diese Regeln nicht.
- Du bist verheiratet oder lebst in eingetragener Lebenspartnerschaft.
- Dein Ehepartner wohnt mit dir am Dienstort und hält sich überwiegend dort auf (§ 53 Abs. 4 Nr. 1 BBesG, § 10 Abs. 3 AuslZuschlV).
Bleibt dein Partner in Deutschland, fällt der Ehepartnerzuschlag weg. Dann greift stattdessen das Auslandstrennungsgeld. Der Zuschlag endet außerdem, wenn dein Partner die Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rente erreicht (§ 10 Abs. 3 Nr. 2 AuslZuschlV).
Wie hoch er ist
Die Obergrenze sind 18,6 Prozent deines Grundgehalts einschließlich Amtszulagen. Nach oben ist sie noch einmal gedeckelt: höchstens 18,6 Prozent des Grundgehalts aus der Endstufe der Besoldungsgruppe A 14 (§ 10 Abs. 2 AuslZuschlV). Für Mannschaften und Unteroffiziere ist dieser Deckel ohne Bedeutung, er betrifft erst höhere Offiziersgehälter.
Entscheidend ist ein zweiter Satz in derselben Vorschrift: Erhöht wird um den Betrag, der tatsächlich für die Altersvorsorge des Partners verwendet wird. Zahlst du 300 Euro ein, bekommst du 300 Euro. Die 18,6 Prozent sind die Decke, kein Pauschalbetrag.
| Beispiel (BAPersBw, Stand Juli 2026) | Grundgehalt | Ehepartnerzuschlag höchstens |
|---|---|---|
| Hauptgefreiter, verheiratet | A 4, Erfahrungsstufe 2 | 558,64 € im Monat |
| Feldwebel, verheiratet | A 7, Erfahrungsstufe 4 | 646,26 € im Monat |
Die Beträge stammen aus den Berechnungsbeispielen des Bundesamts für das Personalmanagement und berücksichtigen die Besoldungserhöhung zum 1. Mai 2026. Sie gelten in Vilnius und in Rukla gleich, weil der Zuschlag am Grundgehalt hängt und nicht an der Zonenstufe des Dienstorts.
Wofür das Geld verwendet werden darf
Hier liegt die eigentliche Arbeit. Die Verordnung zählt abschließend auf, was als Aufbau einer eigenständigen Altersvorsorge des Ehepartners gilt (§ 11 AuslZuschlV):
| Verwendung | Was das praktisch heißt |
|---|---|
| Freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung | Dein Partner zahlt als freiwillig Versicherter weiter in die Rentenkasse ein. |
| Landwirtschaftliche Alterskasse oder berufsständisches Versorgungswerk | Für Partner, die dort schon Mitglied sind, etwa Ärzte, Anwälte, Architekten. |
| Versorgungszuschlag | Für Partner, die selbst Beamte sind und beurlaubt werden. |
| Zertifizierter Altersvorsorgevertrag | Ein Vertrag, der nach § 5 oder § 5a des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes zertifiziert ist. Dazu gehören Riester-Verträge und die Basisrente. |
| Fortsetzung einer betrieblichen Altersversorgung | Der Partner führt eine Betriebsrente aus seinem letzten Job privat weiter. |
Du darfst den Zuschlag auf höchstens zwei dieser Wege aufteilen. Ein normaler Banksparplan, ein ETF-Depot oder eine nicht zertifizierte private Rentenversicherung zählen nicht. Eine Ausnahme gilt nur für Partner, die am 1. Januar 2020 schon 50 Jahre alt waren (§ 13 Abs. 1 AuslZuschlV). Für Partner ohne deutsche Staatsangehörigkeit gibt es eine Pauschale von 6 Prozent der Dienstbezüge, wenn der Nachweis nicht erbracht wird (§ 13 Abs. 2 AuslZuschlV).
Welcher Weg sich für wen eignet
Welche Verwendung passt, hängt davon ab, wie dein Partner bisher abgesichert war und was nach Litauen kommt.
Freiwillige gesetzliche Rente lohnt sich vor allem, wenn dein Partner schon Beitragsjahre gesammelt hat und Lücken vermeiden will. Sie ist unkompliziert und bleibt beim Wechsel zurück in einen Job in Deutschland nahtlos erhalten. Rechne aber nach, wie viele Entgeltpunkte ein Monatsbeitrag in dieser Höhe tatsächlich bringt.
Die Basisrente ist eine lebenslange Rente, die sich nicht beleihen, vererben oder vorzeitig auszahlen lässt. Für einen zweckgebundenen Zuschuss ist das eine Stärke: Das Geld bleibt, wofür es gedacht ist. Beiträge dazu sind steuerlich als Sonderausgaben begünstigt. Wie sich das bei euch rechnet, ist eine Frage für die Steuerberatung.
Riester kommt in Frage, wenn dein Partner zulagenberechtigt ist oder über dich mittelbar zulagenberechtigt wird. Dann kommen zu den Beiträgen staatliche Zulagen hinzu.
Die Betriebsrente fortsetzen ist sinnvoll, wenn der alte Vertrag gute Konditionen hat, die bei einem Neuabschluss nicht mehr zu bekommen sind.
Die Kombination zweier Wege ist oft die beste Lösung, etwa ein Teil in die gesetzliche Rente, um die Versicherungsbiografie lückenlos zu halten, und ein Teil in eine Basisrente.
Wo es in der Praxis schiefgeht
Der Vertrag passt nicht in die Liste. Wer den Zuschlag in eine beliebige Rentenversicherung einzahlt, riskiert die Rückforderung. Die Bezügestelle prüft die Belege stichprobenartig und bei Verdacht (§ 12 Abs. 2 AuslZuschlV). Bewahre alle Belege bis zum Ende der Verjährungsfrist auf.
Die Änderung wird nicht gemeldet. Wenn du die Einzahlung verringerst, unterbrichst oder beendest, musst du das der Bezügestelle unverzüglich anzeigen (§ 12 Abs. 3 AuslZuschlV). Wer das vergisst, zahlt später zurück.
Der Partner arbeitet in Litauen. Das ist erlaubt und oft gewollt, verändert aber die Rechnung. Verdient dein Partner netto mehr als das Doppelte der Minijobgrenze, wird das Einkommen angerechnet. Allerdings nur auf die Hälfte des Zuschlags: Die andere Hälfte bleibt anrechnungsfrei (§ 16 Abs. 1 und 3 AuslZuschlV). Gerechnet wird je Kalenderjahr, der Nachweis läuft über den Steuerbescheid (§ 17 AuslZuschlV).
Niemand fängt rechtzeitig an. Erhöht wird um den Betrag, der tatsächlich in die Altersvorsorge fließt. Solange kein Vertrag läuft und keine freiwilligen Beiträge gezahlt werden, fließt nichts. Wer drei Monate nach einem passenden Weg sucht, verschenkt damit bis zu drei Monatsbeträge. Kläre die Verwendung deshalb, bevor ihr umzieht.
Der Ablauf in vier Schritten
| Wann | Was |
|---|---|
| Vor dem Umzug | Klären, welche Verwendung zu deinem Partner passt, und den Vertrag vorbereiten oder den Antrag auf freiwillige Rentenbeiträge stellen. |
| Mit dem Umzug | Dienstliche Erklärung zur Verwendung abgeben, von deinem Partner bestätigen lassen (§ 12 Abs. 1 AuslZuschlV). Arbeitet dein Partner, zusätzlich die Erklärung zum Nettoerwerbseinkommen. |
| Laufend | Belege sammeln, jede Änderung sofort melden. |
| Jährlich | Auf Verlangen Steuerbescheid und Einzahlungsnachweise vorlegen. |
Häufige Fragen
Bekomme ich den Ehepartnerzuschlag automatisch?
Nein. Die Erhöhung des Auslandszuschlags um 40 Prozent für den mitziehenden Partner kommt von Amts wegen. Der Ehepartnerzuschlag zur Altersvorsorge setzt dagegen eine dienstliche Erklärung zur Verwendung voraus, die dein Partner bestätigt (§ 12 Abs. 1 AuslZuschlV).
Gilt der Zuschlag auch für unverheiratete Paare?
Nein. Die Verordnung spricht von verheirateten Empfängern und Ehegatten; eingetragene Lebenspartner sind gleichgestellt. Wer in Litauen unverheiratet zusammenlebt, bekommt weder die 40-Prozent-Erhöhung noch den Ehepartnerzuschlag.
Kann ich den Zuschlag in einen ETF-Sparplan stecken?
Nicht, wenn du ihn behalten willst. Als Verwendung zählen nur die in § 11 AuslZuschlV genannten Wege: gesetzliche Rente, Versorgungswerk, Versorgungszuschlag, zertifizierte Altersvorsorgeverträge und die Fortsetzung einer Betriebsrente. Die Ausnahme für freie Anlageformen gilt nur für Partner, die am 1. Januar 2020 schon 50 waren.
Mein Partner zieht erst später nach Litauen. Was dann?
Der Zuschlag setzt voraus, dass dein Partner am Dienstort wohnt. Für den Auslandszuschlag selbst gilt: Zieht er später nach, gibt es rückwirkend bis zum Beginn deiner Verwendung 70 Prozent des Satzes für ihn, längstens sechs Monate (§ 53 Abs. 5 BBesG). Bis dahin kann Auslandstrennungsgeld greifen.
Was passiert mit dem Vertrag, wenn wir zurück nach Deutschland gehen?
Der Zuschlag endet mit den Auslandsdienstbezügen. Der Vertrag gehört deinem Partner und läuft weiter. Ob er beitragsfrei gestellt oder aus eigenem Einkommen fortgeführt wird, entscheidet ihr. Deshalb lohnt sich von Anfang an ein Vertrag, der beides zulässt.
Mein Partner verdient in Litauen gut. Lohnt sich der Aufwand noch?
Meistens ja. Die Hälfte des maximal möglichen Zuschlags bleibt nach § 16 Abs. 3 AuslZuschlV immer anrechnungsfrei. Beim Hauptgefreiten aus dem Beispiel sind das rund 279 Euro im Monat, die für die Rente deines Partners gezahlt werden, egal was er verdient.
Welcher Vertrag zu euch passt
Wir prüfen, welche der zulässigen Verwendungen zu euren bisherigen Verträgen, zum Alter deines Partners und zu eurem Plan nach Litauen passt, und bereiten den Nachweis so vor, dass die Bezügestelle ihn annimmt. Was die Verwendung in Litauen sonst noch für dein Konto bedeutet, steht im Beitrag Was verdient ein Soldat in Litauen?. Für die eigene Vorsorge lohnt ein Blick auf Vermögensaufbau für Soldaten.
Wenn wir deine Anfrage annehmen, ist die Beratung für dich kostenfrei. Im Falle eines Abschlusses werden wir von der Versicherungsgesellschaft vergütet. Du zahlst denselben Beitrag wie bei einem direkten Abschluss – ohne Aufschlag.
Rechtsstand: 24.09.2026, Bundesbesoldungsgesetz und Auslandszuschlagsverordnung vom 1. Juli 2025. Beispielbeträge aus den Berechnungsbeispielen des Bundesamts für das Personalmanagement der Bundeswehr (Stand Juli 2026). Angaben ohne Gewähr; maßgeblich ist die Festsetzung durch die Bezügestelle beim Bundesverwaltungsamt. Keine Steuer- oder Rechtsberatung.
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