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Versetzung und Einsatz

Bewerbung für die Brigade Litauen: Ablauf, Dauer und Rückkehr nach Deutschland

5 Minuten Lesezeit

Olivgrüne Feldmütze neben einem Klemmbrett mit leerem Blatt und Kugelschreiber

Für die Panzerbrigade 45 in Litauen meldest du dich freiwillig: über deinen Vorgesetzten, das S1-Personal deiner Einheit oder direkt bei deinem Personalführer. Die Verwendung dauert in der Regel drei Jahre, möglich sind ein bis sechs. Wo du danach in Deutschland eingesetzt wirst, wird schon vor der Versetzung besprochen und schriftlich festgehalten.

Seit September 2026 gilt das Prinzip der Freiwilligkeit nicht mehr überall uneingeschränkt: In Mangelbereichen setzt die Bundeswehr auch verpflichtende Maßnahmen ein. Dieser Beitrag zeigt den Ablauf, die Fristen und was du vorher für dich klären solltest. Die Angaben stammen aus dem Informationsmagazin des Bundesamts für das Personalmanagement (Stand Juli 2026) und von bundeswehr.de.

Die Brigade in Zahlen

Stand laut Bundeswehr
Stärke bis Ende 2027 rund 4.800 Soldatinnen und Soldaten und etwa 200 Zivilbeschäftigte
Dauerhafte Standorte Rūdninkai bei Vilnius und Rukla bei Kaunas
Übergangsstandorte Vilnius, Nemenčinė, Rokantiškės
Volle Einsatzbereitschaft geplant Ende 2027
Aufstellung in Deutschland neue Einheiten ab Oktober 2026 an Standorten wie Munster, Lohheide, Augustdorf, Ahlen, Holzminden, Idar-Oberstein, Torgelow, Rotenburg, Hagenow, Stetten a.k.M. und Weiden; Verlegung im zweiten Halbjahr 2027
Kampftruppe Panzergrenadierbataillon 122 (Oberviechtach) und Panzerbataillon 203 (Augustdorf), dazu die multinationale Battlegroup

Wer wie ausgewählt wird

Mannschaften und Unteroffiziere kommen über das sogenannte Drei-Stufen-Modell, einen bundeswehrweiten Aufruf zu besetzender Dienstposten. Du kannst dich direkt auf ausgeschriebene Dienstposten bewerben oder dein Interesse jederzeit bei deinem Vorgesetzten oder Personalführer anmelden. Die Einheiten sammeln die Meldungen in Besetzungsvorschlagslisten, die an die Personalführung im Bundesamt für das Personalmanagement gehen.

Offiziere werden direkt vom Bundesamt im Rahmen der Verwendungsplanung angesprochen.

Eine Freiwilligenmeldung führt nicht automatisch zu einem Dienstposten. Die Personalführung prüft, ob du die fachlichen Anforderungen erfüllst und wann eine Versetzung für dich sinnvoll ist, etwa ob du noch eine Beurteilungsrunde in deiner Einheit mitnehmen solltest. Bei gleicher Eignung zählt auch, für welchen Zeitraum du dich gemeldet hast.

Das Bewerbungsformular

Das Formular bekommst du beim S1-Personal deiner Einheit. Das Verfahren ist in der GAIP 35-13-00 geregelt. Neben deinen Personaldaten fragt das Formular ab:

  • ob dein Partner ebenfalls bei der Bundeswehr ist
  • laufende Anträge, etwa auf Versetzung, Laufbahnaufstieg oder Übernahme als Berufssoldat
  • Fremdsprachenkenntnisse und deine Sicherheitsüberprüfung
  • bis zu drei Verwendungswünsche in der Brigade
  • bis zu drei Standortwünsche für die Rückkehr nach Deutschland

Dein nächster und nächsthöherer Disziplinarvorgesetzter nehmen Stellung. Das Beteiligungsorgan wird angehört, wenn du das nicht schriftlich ablehnst (§ 24 Soldatinnen- und Soldatenbeteiligungsgesetz).

Wie lange du bleibst

Dauer
Mindestverwendung 1 Jahr
Regelverwendung 3 Jahre
Höchstdauer 6 Jahre, länger nach Absprache mit dem Bundesamt

Die Dauer hat Folgen über den Dienst hinaus. Unter zwei Jahren gibt es nur eine eingeschränkte Umzugskostenvergütung, dafür Trennungsgeld für die ganze Zeit (§ 26 AUV). Über zwei Jahre steht dir der volle Umzug offen. Mehr dazu in den Beiträgen zum Umzug ins Ausland und zum Auslandstrennungsgeld.

Der Weg zurück

Die Anschlussverwendung soll feststehen, bevor du nach Litauen gehst. Im Personalentwicklungsgespräch wird schriftlich festgehalten, wie es danach für dich weitergeht. Du darfst eine Liste mit Wunschstandorten in Rangfolge abgeben; das Bundesamt berücksichtigt sie, soweit dienstlich möglich. Du kannst die Planung aber auch offen lassen und sie später besprechen, etwa wenn du verlängern willst.

Bei der Wohnungssuche in Deutschland hilft die Wohnungsfürsorge des für deinen künftigen Standort zuständigen Bundeswehr-Dienstleistungszentrums. Melde dich dort früh.

Freiwillig oder verpflichtend

Am 14. September 2026 hat die Bundeswehr ergänzende verpflichtende Maßnahmen für den Aufwuchs der Brigade bekannt gegeben. Sie betreffen Mangelbereiche mit langer Qualifizierung, vor allem Logistik und Informationstechnik. Der Anteil der Verpflichtungen soll im mittleren dreistelligen Bereich liegen. Geprüft werden auch Kurzzeitkommandierungen und Rotationsmodelle. Der Grundsatz lautet: Persönliche Belange werden berücksichtigt, die Einsatzbereitschaft geht im Zweifel vor.

Wer in einem dieser Bereiche arbeitet, sollte seine Situation früh mit dem Personalführer besprechen. Wer sich freiwillig meldet, kann Zeitpunkt und Dauer besser mitgestalten als bei einer Verpflichtung.

Checkliste vor der Bewerbung

Schritt Was
1 Mit der Familie entscheiden: umziehen oder pendeln? Kita und Schule prüfen, siehe Mit Familie nach Litauen.
2 Finanzen durchrechnen, siehe Was verdient ein Soldat in Litauen?.
3 Versicherungen auf Einsatz- und Kriegsklauseln prüfen, bevor die Versetzung feststeht, siehe Versicherungs-Check.
4 Disziplinarvorgesetzten informieren, Formular beim S1 holen und abgeben.
5 Mit dem Personalführer Zeitpunkt, Dienstposten, Dauer und Anschlussverwendung besprechen.
6 Mit der Versetzungsverfügung: Kontakt zur neuen Einheit, Umzugspaket beim BAIUDBw anfordern, Bundesverwaltungsamt wegen der Auslandsbezüge kontaktieren.

Häufige Fragen

Wie bewerbe ich mich für die Brigade Litauen?

Über deinen Vorgesetzten, das S1-Personal deiner Einheit oder direkt beim Personalführer. Das S1 hat das Bewerbungsformular nach GAIP 35-13-00. Du kannst dich auch direkt auf Dienstposten aus den bundeswehrweiten Aufrufen bewerben.

Wie lange muss ich in Litauen bleiben?

Mindestens ein Jahr, in der Regel drei, höchstens sechs. Längere Zeiten sind nach Absprache mit dem Bundesamt für das Personalmanagement möglich.

Weiß ich vorher, wohin ich danach komme?

Das ist das Ziel. Die Anschlussverwendung wird im Personalentwicklungsgespräch vor der Versetzung schriftlich festgehalten, deine Standortwünsche werden berücksichtigt, soweit dienstlich möglich.

Kann ich nach Litauen versetzt werden, ohne mich zu melden?

Ja, seit September 2026 in bestimmten Mangelbereichen, vor allem Logistik und IT. Die Bundeswehr rechnet mit Verpflichtungen im mittleren dreistelligen Bereich. Persönliche Belange werden berücksichtigt, sind aber nachrangig.

Gibt es eine Hotline zur Brigade Litauen?

Ja. Die zentrale Hotline der Brigade Litauen erreichst du unter +49 211 959 4800. Sie beantwortet Fragen direkt oder verbindet dich mit der zuständigen Stelle.

Bevor du unterschreibst

Eine Verwendung in Litauen verändert Einkommen, Wohnen, Familie und Vorsorge auf einmal. Wir gehen mit dir durch, was sich an deinen Verträgen ändern muss, bevor die Versetzung feststeht. Den Gesamtüberblick gibt Bundeswehr in Litauen.

Wenn wir deine Anfrage annehmen, ist die Beratung für dich kostenfrei. Im Falle eines Abschlusses werden wir von der Versicherungsgesellschaft vergütet. Du zahlst denselben Beitrag wie bei einem direkten Abschluss – ohne Aufschlag.

Stand: 24.09.2026. Angaben zu Verfahren, Dauer und Standorten nach dem Informationsmagazin des Bundesamts für das Personalmanagement der Bundeswehr (Stand Juli 2026) und bundeswehr.de (24.04.2026 und 14.09.2026). Maßgeblich ist die GAIP 35-13-00 in der jeweils geltenden Fassung. Angaben ohne Gewähr.

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